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dein 1. skateboard

  • 3. Mai 2023
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Skateboard kaufen:

Was du wirklich wissen musst — ein Ratgeber

Handy gezückt, "Skateboard" in die Suchleiste getippt und schon ist das passende Board gefunden — ganz so einfach ist es leider (oder zum Glück) dann doch nicht. Denn nicht jedes Skateboard ist gleich, und gerade als Einsteiger:in lohnt es sich, kurz zu verstehen, was du dir da eigentlich unter die Füße schnallst.


Hier kommt deine Erklärung in sieben Akten


  1. Aufbau des Skateboards

  2. Die richtige Größe

  3. Achsen/Wheels

  4. Kugellager

  5. Kauftipps

  6. Pflege

  7. Welches Set Up fahre ich als Trainer?




1. Aufbau des Skateboards






Ein Skateboard besteht im Kern aus dem Brett (Deck), zwei Achsen (Trucks) mit jeweils zwei Rollen (Wheels) — und in jeder Rolle stecken zwei Kugellager (Bearings). So weit, so übersichtlich.


Im Detail kommt auf der Oberseite des Decks noch das Griptape dazu — der schwarze, raue Belag, der dir Halt auf dem Board gibt. Es wird separat aufgeklebt und zugeschnitten.

Ein professionelles Deck besteht immer aus sieben Lagen Ahornholz, unter extremem Druck verpresst und mit Epoxidharz verklebt.


Die Achsen aus Aluminium sind das Herzstück deiner Lenkung. In der Mitte sitzt der Kingpin — ein Stift mit Mutter, zwischen dem die Lenkgummis (Bushings) sitzen. Diese dicken Gummiringe bestimmen, wie leicht oder schwer sich dein Board lenken lässt.


Mutter festziehen = härtere Lenkung. Mutter lockern = weichere Lenkung. Simpel, aber effektiv. Die Lenkgummis kann man übrigens austauschen und härtere oder weichere einsetzen. Gerade für Kids empfiehlt es sich, die Standard Bushings gegen weichere auszutauschen, dann lässt sich das Board viel besser lenken. Darauf gehe ich nochmal im Detail ein.


Deine Wheels bestehen aus Hartgummi und sind in unterschiedlichen Größen verfügbar. Grundsätzlich sind kleinere Rollen für Street(-parks) geeignet und größere Rollen für Minramps/Bowls/Half Pipes besser. Für den Einstieg empfehlen sich Rollen zwischen 52 und 55 mm Durchmesser — ausreichend Grip, gute Kontrolle und guter Speed.

Damit die Rollen auch ordentlich drehen, stecken in jeder Wheel zwei Kugellager (Bearings) — vorne und hinten. Die kaufst du immer im 8er-Pack.



2. die richtige grösse

Die richtige Größe ist der wichtigste Punkt bei der Wahl deines Boards. Skateboards werden immer in ihrer Breite angegeben, diese wir in US Zoll benannt. Ich fahre zum Beispiel ein 8.5" - aber was bedeutet das genau? Je breiter das Skateboard ist, umso länger ist das Board automatisch. Hintergrund ist, dass wir etwas mehr als schulterbreit auf dem Skateboard stehen. Die Standard Auswahl geht in der Regel von 7.0" - 9.0" also knapp 18 - 22cm. Unser Ziel ist es, etwas mehr als Schulterbreit auf dem Board zu stehen, daher starten die meisten Skater:innen in der gesunden Mitte, zwischen 7.5 und 8.5 Zoll. Dabei spielt deine Schuh- und Körpergröße eine entscheidenden Rolle. Hier eine Tabelle zur Hilfe:


Wichtig: Mit der Zeit entwickelst du eigene Präferenzen. Das ist hier ist nur eine grobe Hilfe für den Anfang.


Hier kannst du deine Boardgröße berechnen:




Breite Decks bringen den Vorteil, dass sie mehr Fläche für deine Füße bieten, allerdings auch mehr wiegen.


Schmale Decks sind zwar leichter und lassen sich schneller drehen, bieten aber auch weniger Fläche für die richtige Ausführung und Landung eines Tricks.


  1. Achsen/Wheels

Die oben bereits erwähnten Lenkgummis in den Achsen sind mit das wichtigste Element für ein komfortables Skateboardgefühl. Branchenfremde Hersteller setzen hier oft auf eher minderwertiges und auch falsches Material. Daher kommt es oft dazu, dass günstigere Boards aus herkömmlichen Geschäften oft nicht richtig lenken. Für Kids unter 35kg Gewicht empfehle ich extra weiche Lenkgummis. Standardmäßig sind in Komplettboards medium Lenkgummis verbaut. Für die Fliegengewichte lohnt es sich 10€ in in das extra Set Lenkgummis zu investieren. Die Lenkgummis sind schnell und leicht zu wechseln.

Die Angabe der Härte ist der Härtegrad (Shore Härte) von Kunststoffen. Im Allgemeinen gilt: 80A-90A= soft (20-35kg) 91A-95A= medium/hard ab 96A = super hard

  1. Kugellager


Bei den Kugellagern wird oft mit der Kennung "ABEC" für Qualität geworben, was allerdings ein weit verbreiteter Irrglaube ist. Die Bezeichnung ABEC1, ABEC3, ABEC7 usw. steht für die Fertigungstoleranz bei der Herstellung der Kugellager. Je höher das ABEC, umso feiner die Fertigungstoleranz.

Grundsätzlich ein Qualitätsnachweis, das steht außer Frage. Die Toleranzen unterscheiden sich jedoch so marginal, dass ihr die Unterschiede erst bei Geschwindigkeiten um die 100km/h merken würdet... Probiert es gerne aus und berichtet von den Erkenntnissen ; )

Es ist also deutlich wichtiger, auf die Materialzusammensetzung zu achten. Viele Hersteller aus der non-skateboarding Szene bedienen sich an herkömmlichen Industriekugellagern, um Kosten zu sparen. Dort kann es sein, dass die Kugellager z.B. gefettet und nicht mit Leichtlauföl geschmiert sind. Manche bestehen aus einem Material, welches nicht auf große äußere Krafteinwirkung ausgelegt ist, z.B. wenn ihr mit eurem Board die ersten Sprünge versucht. Das kann dazu führen, dass eure Kugellager einfach platzen/zerspringen. Die Kugellager aus der Skateboard Industrie sind in der Zusammensetzung daher deutlich anders. Ein spezielles Öl (speed cream) umgibt die fein geschliffenen Kugeln, welche in einen Nyloneinsatz eingelassen sind, für maximale Leichtläufgkeit. Es gibt sogar keramikbeschichtete Kugellager, die für maximalen Speed sorgen und dabei kaum gepflegt werden müssen.




5. Kauftipps


Bei einem Besuch im Skateshop werdet ihr bei der Auswahl professionell unterstützt.

Ein fertiges Board für den Anfang, ein so genanntes Komplettboard/complete, gibt es teilweise schon für unter 100€, ihr bewegt euch irgendwo zwischen 90-120 €.


Was ist der Unterschied?


Ein Komplettboard erfüllt alle professionellen Standards und ist in seinen Grundvoraussetzungen in der "soliden Mitte". Mit etwas Erfahrung wirst du dir später ein eigenes Set Up zusammensetzen. Du möchtest vielleicht ein anderes Shape, also eine andere Geometrie des Decks haben. Größere Rollen, schnellere Kugellager, Achsen die enger lenken oder später lenken. Da gibt es keine Regeln oder Vorgaben. Mit zunehmender Erfahrung empfehle ich, einfach mal Boards von Anderen auszuprobieren und zu gucken, womit die besser klar kommst - Zukunftsmusik und Fachwissen. Um eine solide Basis zu haben, wählt euer fertiges Set Up in der richtigen Größe und ihr seid für den Anfang gut versorgt.


6. Pflege

Schützt euer Set Up generell vor Nässe und Feuchtigkeit. Also nicht bei Regen fahren (ist eh viel zu rutschig!) und in einem trockenen Raum lagern - eine Garage ist defintiv zu feucht. Euer Board quillt sonst auf und eure Kugellager rosten. Gönnt euren Kugellagern 1-2 pro Jahr eine kleine Reinigung. Mit Waschbenzin bekommt ihr Fett- und Schmutzeinlagerungen aus den Lagern. Anschließend etwas speed cream rein. Nach 10-20 Minuten einfahren läuft wieder alles wie neu.


7. Welches Set up fahre ich?


Auf den ersten Blick denkt man, mein Skateboard sieht aus wie jedes andere Board. Mein Set Up liegt preislich bei knapp 350€ und ich erkläre euch den Unterschied. Deck: 8.5 blue tomato shape mit kurzer wheelbase

Mein Deck ist zwar breit, aber dabei nicht so lang wie ein normales 8.5. Die wheelbase (Abstand zwischen den Achsen) ist etwas kürzer als bei normalen 8.5ern und passt daher besser zu meiner Körpergröße von 170cm.

Preis: 54.99€



Seit Jahrzehnten die meistgefahrene Achse der Welt. Aus gutem Grund.

Die Achsen sind aus leichtem Aluminium gefertigt und von innen hohl, dabei trotzdem sau stabil. Die Lenkgummis sind bei 90A, das bedeutet:

Direkte, präzise Lenkung ohne Wackeln.

Preis: 44.99 (pro Achse)


Meine Rollen haben eine etwas weichere Mischung als normale street wheels. Damit bin ich etwas flexibler, auch auf rutschigem Boden habe ich guten Grip. Außerdem entstehen weniger Vibrationen was ein angenehmeres Fahrgefühl gibt und etwas leiser ist.

Preis: 59.99 (4er Set)



Keramik-Kugellager sind leichter, drehen schneller und erzeugen weniger Reibung als normale Stahl-Lager — mit oder ohne Öl. Da Keramik härter als Stahl ist, polieren die Kugeln bei Schmutz die Laufflächen selbst wieder glatt. Und: sie rosten nicht. Wer viel fährt, investiert hier einmal und hat lange Ruhe. Pro Wissen: Der Mythos, ceramic Kugellager sind nicht für harte impacts gemacht, stimmt nicht. Ich fahre die Kugellager seit fast 10 (!) Jahren. Die haben saftige Gaps und 8er Stufen easy überlebt. Stabil, leicht zu pflegen und immer verlässlich. Absolute Kaufempfehlung! Preis: 119.99€ (8er Set)


Dazu kommen: Schrauben (Hardware) und ein individuelles Griptape, zusammen sind das nochmal 20€ maximal.


Gesamtpreis: 345€


Ihr seht, am Ende geht es um Details im Preis. Also macht keine Raketenwissenschaft draus und holt euch ein complete, passend für eure Größe. Und natürlich: Die Grafik muss euch gefallen :)


Jetzt kann der Kauf deines ersten Boards losgehen! Schau unbedingt bei unserem Partner blue tomato vorbei. Viel Spaß mit deiner neuen Planke - wir sehen uns im Skatepark!



 
 
 

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