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dein 1. skateboard

Board ist nicht gleich Board - ein kurzer Ratgeber durch den szene dschungel


Handy gezückt, "Skateboard" in die Suchleiste getippt und schon findet man ein geeignetes Skateboard - ganz so einfach ist es leider (oder zum Glück) dann doch nicht. Aber worauf musst du beim Kauf achten und wie ist dein Skateboard grundsätzlich aufgebaut? Eine Erklärung in drei Akten:


1. Aufbau skateboard
2. wichtige elemente im detail
3. Kauftipps





1. Aufbau Skateboard


Grundsätzlich besteht das Skateboard aus dem eigentlichen Board (Deck), zwei Achsen mit jeweils zwei Rollen, die wiederum je zwei Kugellager beinhalten. So weit - so gut. Im Detail haben wir auf dem Deck noch das Griptape, also der schwarze obere Bereich deines Boards. Damit hast du gute Haftung - Grip! Das Griptape muss separat aufgeklebt und zugeschnitten werden. Ein professionelles Deck besteht immer aus sieben Schichten Ahorn Holz, diese werden unter extrem hohen Druck verpresst und mit einem Epoxidharz verklebt.


Die Achsen aus Aluminium enthalten eins der wichtigsten Elemente des Skateboards: Die Lenkung. In der Mitte deiner Achse befindet sich ein Stift, der sogenannte Kingpin, welcher mit einer Mutter gesichert ist. Dazwischen befinden sich die Bushings. Diese dicken Gummiringe sind deine Lenkgummis. Durch das festziehen der Mutter drückst du die Lenkgummis zusammen, die Lenkung wird härter. Du brauchst also mehr Druck auf den Kanten deines Boards zum lenken. Lockerst du die Mutter, wird die Lenkung leichter bzw. weicher.


Deine Rollen (Wheels) bestehen aus einem Hartgummi und sind für den Anfang zwischen 52-55mm groß, dabei handelt es sich um den Durchmesser deiner Rolle.


Damit deine Wheels auch vernünftig rollen, sind in jeder Rolle zwei Kugellager verbaut, vorne und hinten. Die sogenannten Bearings kaufst du in der Regel immer im 8er Pack.

2. wichtige elemente im Detail

Deckgröße Skateboards kommen in verschiedenen Breiten daher. Je breiter das Skateboard ist, umso länger ist das Board automatisch. Hintergrund ist, dass wir etwas mehr als schulterbreit auf dem Skateboard stehen. Also muss das Skateboard am Anfang etwas kürzer sein, da wir als junge Menschen noch nicht so einen breiten Stand haben.


Breite Decks bringen den Vorteil, dass sie mehr Fläche für deine Füße bieten, allerdings auch mehr wiegen.


Schmale Decks sind zwar leichter und lassen sich schneller drehen, bieten aber auch weniger Fläche für die richtige Ausführung und Landung eines Tricks. Für den Anfang brauchen wir also eine Größe mit ausreichend Platz für die Füße, das Board soll aber auch nicht zu schwer sein.

Die Breite wird in amerikanischen Zoll angegeben und startet i.d.R. bei 7.0 und geht bis 9.0 Zoll, also knapp 18 - 22cm. Die meisten Skater:innen starten in der gesunden Mitte, zwischen 7.5 und 8.5 Zoll, dabei spielt deine Schuh- und Körpergröße eine entscheidenden Rolle. Hier findest du eine kleine Hilfestelung zur Auswahl:



Achsen Die oben bereits erwähnten Lenkgummis in den Achsen sind mit das wichtigste Element für ein komfortables Skateboardgefühl. Branchenfremde Hersteller setzen hier oft auf eher minderwertiges und auch falsches Material. Es gibt extra weiche Lenkgummis, geeignet für Kinder unter 35KG. Standardmäßig sind in Komplettboards medium Lenkgummis verbaut. Für die Fliegengewichte lohnt es sich 10€ in in das extra Set Lenkgummis zu investieren. Die Lenkgummis sind schnell und leicht zu wechseln.

Die Angabe der Härte ist der Härtegrad (Shore Härte) von Kunststoffen. Im Allgemeinen gilt: 80A-90A= soft 91A-95A= medium/hard ab 96A = super hard

Kugellager

Bei den Kugellagern wird oft mit der Kennung "ABEC" für Qualität geworben, was allerdings ein weit verbreiteter Irrglaube ist. Die Bezeichnung ABEC1, ABEC3, ABEC7 usw. steht für die Fertigungstoleranz bei der Herstellung der Kugellager. Je höher das ABEC, umso feiner die Fertigungstoleranz, grundsätzlich ein Qualitätsnachweis, das steht außer Frage. Die Toleranzen unterscheiden sich jedoch so marginal, dass ihr die Unterschiede erst bei Geschwindigkeiten um die 100km/h merken würdet... Probiert es gerne aus und berichtet von den Erkenntnissen ; )

Es ist also deutlich wichtiger, auf die Materialzusammensetzung zu achten. Viele Hersteller aus der non-skateboarding Szene bedienen sich an herrkömmlichen Industriekugellagern, um Kosten zu sparen. Dort kann es sein, dass die Kugellager z.B. gefettet und nicht mit Leichtlauföl geschmiert sind. Manche bestehen aus einem Material, welches nicht auf große äußere Krafteinwirkung ausgelegt ist, z.B. wenn ihr mit eurem Board die ersten Sprünge versucht. Die Kugellager aus der Skateboard Industrie sind in der Zusammensetzung daher deutlich anders. Ein spezielles Öl (speed cream) umgibt die fein geschliffenen Kugeln, welche in einen Nyloneinsatz eingelassen sind, für maximale Leichtläufgkeit. Es gibt sogar keramikbeschichtete Kugellager, die für maximalen Speed sorgen und dabei kaum gepflegt werden müssen.

Ihr seht, der Teufel steckt hier im Detail. Trust your local skateboard dealer!




3. Kauftipps

Bei einem Besuch in eurem lokalen Skateshop werdet ihr bei der Auswahl professionell unterstützt.

Ein fertiges Einsteiger Board im Skateshop gibt es teilweise schon unter 100€, ihr bewegt euch irgendwo zwischen 90-120 €. Außerdem unterstützt ihr neben dem lokalen Einzelhandel damit auch die lokale Skateboardszene. Der lokale Skateshop hat es sich seit je her zu Aufgabe gemacht, Contests mit Preisen zu versorgen und junge Fahrer mit Material zu sponsoren, um sie gezielt zu unterstützen. Das alles supportet ihr mit dem Einkauf bei eurem lokalen Skateshop. Ein weiterer Vorteil von einem Komplettset: Achsen, Rollen und Kugellager könnt ihr lange nutzen. Da diese Elemente alle genormt sind, passen sie unter jedes andere Board. Somit müsst ihr am Anfang lediglich das Deck austauschen, sollte das ausgedient haben oder zu schmal sein. Ab einer gewissen Deckbreite braucht ihr dann auch breitere Achsen, aber euer Anfangsset könnt ihr gut und gerne 2-3 Saisons fahren. Schützt euer Set Up generell vor Nässe und Feuchtigkeit. Also nicht bei Regen fahren (ist eh viel zu rutschig!) und in einem trockenen Raum lagern. Euer Board quillt sonst auf und eure Kugellager rosten. Gönnt euren Kugellagern 1-2 pro Jahr eine kleine Reinigung. Mit Waschbenzin bekommt ihr Fett- und Schmutzeinlagerungen aus den Lagern. Anschließend etwas speed cream rein. Nach 10-20 Minuten einfahren läuft wieder alles wie neu.


Jetzt kann der Kauf deines ersten Boards losgehen! Falls du aus Hamburg kommst, schau gerne mal Mantis vorbei - hier gibt´s alles was du brauchst:



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