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Der Skatepark

Aktualisiert: 15. März 2023

Ein Alltagsratgeber für alle, die gerne mal vorbeischauen.

 

Ein schöner Sommertag, die Familien gehen raus und genießen das Wetter. Eingepackt wird das Laufrad, das Fahrrad, der Tretroller oder sonstige fahrbare Untersätze mit dem Ziel: Skatepark.

Im heutigen Blog möchte ich euch sensibilisieren, warum viele dieser "Geräte" in einem Skatepark fehl am Platz sind und wo vor allem die Risiken liegen, sowohl für Kinder als auch alle anderen Akteure im Skatepark.


1 Welche Geräte sind für einen skatepark geeignet?


Boards

Geeignet: Skateboards im klassischen Sinne, Surfskates und Cruiser Boards.

Nicht geeignet: Penny Boards & Longboards

Fahrräder

Geeignet: BMX

Nicht geeignet: Fahrräder, Dirt Bikes und jegliche Form von Laufrädern


Scooter

geeignet: Stunt Scooter

nicht geeignet: alle anderen Scooter


Inline Skates

Geeignet: Stunt-Skates nicht geeignet: Inliner


Einige Gemeinden differenzieren bei der Nutzung, an einem städtischen Park ist immer ein Hinweis, was genau zulässig ist. Achtet auf diese Schilder, um sicher zu sein. Beispiel Melsungen.


2 Regeln im Skatepark

Auch in einem Skatepark gibt es eine Art "Verkehrsfluss" und Regeln, die zu beachten sind. Hier die wichtigsten Regeln im Überblick.


Keine Kolonne fahren

Bildet keine Gruppen, die hintereinander fahren. Dadurch müssen alle anderen im Park warten. Wir versuchen uns immer abzuwechseln, erst fährt die eine Seite, dann die Andere.


Eine Bank mitten im Park? Da setz ich mich hin!

Bänke, die Mitten im Skatepark stehen, sind nicht zum Sitzen gedacht. Bänke sind tatsächlich sehr beliebte Gegenstände (Obstacles) für Tricks.


Kein Wenden hinter Obstacles wie z.B. Bänken oder Rails

Gerade wenn die Parks sehr voll sind, wird jedes kleine "Zeitfenster" genutzt zum Fahren. Das bedeutet, dass oft mit wenig Abstand zur voraus fahrenden Personen gestartet wird.

Wenn der/die Vorherfahrende dann hinter der Bank direkt einlenkt/wendet, haben Skater:innen bzw. BMXer:innen keine Chance auszuweichen, weil sie gerade im Sprung auf das Obstacle sind.


Nicht vor den Rampen stehen

Ihr wollte euch gerade für einen Trick besprechen? Oder Schaut jemanden zu? Kein Problem, geht dafür einfach zwei Meter an die Seite. Niemals an den Rampen oder vor den Obstacles stehen. Oftmals werdet ihr dann übersehen und es birgt die Gefahr eines Zusammenpralls.


Eine "Line" fahren

Wenn Skater:innen oder BMXer:innen losfahren, wartet kurz. Es liegt in der Natur beider Dinge, eine "Line", also mehrere Tricks hintereinander, an verschieden Obstacles zu machen. Das dauert meist nur ein paar Augenblicke und dann könnt ihr schon los.


Das Gute: wenn die Line geschafft ist, sind die Fahrer happy und widmen sich meist erstmal einer Pause. Schon habt ihr mehr Platz.

Falls ihr euch nicht sicher seid, sprecht miteinander und achtet aufeinander. Dafür braucht es keine großen Worte und ein paar offene Augen. Manchmal reicht es schon, wenn ihr anzeigt wo ihr lang wollt und euer Gegenüber kann sich drauf einstellen oder dir ein Zeichen geben, wo er oder sie lang möchte.


3 "übersehen" werden

Leider sehen wir immer wieder kleine Kinder mit Laufrädern/Tretrollern in einem Skatepark. Das ist nicht nur für das Kind gefährlich, sondern für alle Nutzer:innen des Parks. Skaterampen haben gewisse Normen und Größen, die für den Schwung nötig sind. Der Absprung braucht das richtige Timing und den vollen Fokus. Es passiert nicht selten, dass kleine Kinder auf Laufrädern oder Tretrollern schlichtweg einfach übersehen werden, da sie sich in einer Art "toten Winkel" aufhalten und unwissentlich einfach drauf losfahren.

Ein Beispiel:


Aufgrund des Bewegungsablaufs hat der Skater in diesem Beispiel gar keine Chance, dem Kind auszuweichen, da er es einfach viel zu spät sieht. Achtet bei dem Video genau darauf, WANN der Skater seinen Blick wieder nach vorne richtet.




Die Gefahr lauert da nicht nur für die Kinder. Laut einem Bericht von DSGN Concepts und playground Landscape ist 2021 ein BMX-Fahrer bei dem Versuch einem Kind auf einem Tretroller auszuweichen tödlich verunglückt. Das Kind fuhr unwissentlich direkt in seinen "Sprungbereich". Solche tragischen Ereignisse dürfen sich nicht wiederholen.

Damit wollen wir ganz klar verdeutlichen, dass ein Skatepark kein Spielplatz ist sondern ein Ort, an dem gefährliche Extremsportarten ausgeübt werden und der expliziet dafür gebaut wurde.


4 Wer macht eigentlich die Regeln?

Wir haben in Deutschland für alles eine Norm, sogar für´s Skaten - kein Witz! Um es genau zu sagen ist es die DIN EN 14974, welche die Nutzung von Spielplätzen und Freizeitanlagen beschreibt. Diese wird fortlaufend durch Sachverständige, Planungsbüros und Behörden erneuert und optimiert.


5 Was sind die Lösungen?

Die Lösungen hierfür sind bekannt und liegen bereit: Es braucht sogenannte urban concept parks, auch multiparks genannt (Bsp. 3in1 Park Tübingen von DSGN concepts).


Es müssen Parks errichtet werden, die eine große Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten bieten und somit die breite Masse an Nutzer:innen anspricht.

Diese müsse von professionellen Planungsbüros errichtet werden, mit einem stimmigen und nachhaltigen Konzept. Solche Konzepte liegen reihenweise in den Schubläden moderner Planungsbüros, die städtische Verwaltung und Politik muss das nur in Auftrag geben. Genau das dürfen alle Bürger:innen einer Stadt/Gemeinde bei ihrer zuständigen Verwaltung einfordern!


Die Gemeinden sind verpflichet, die Anwohner:innen eines Bezirks durch sogenannte Beteiligungsaktionen mit einzubinden. Übrigens hat die Skateboardszene in Braunschweig genau das im Jahr 2021 getan und das mit Erolg:

Ein 20 Jahre alter Skatepark sollte mit viel zu wenig Budget saniert werden, worunter die Qualität und somit die Nutzbarkeit enorm gelitten hätte.

Durch eine große Präsenz der Skateboardszene in Kooperation mit den Anwohnern konnte die Stadt und die zuständigen Ämter dazu bewegt werden, das Projekt zu schieben um nun mehr als das doppele an Budget bereitzustellen!

Wir haben es also selbst in der Hand!


Falls ihr dabei Unterstützung braucht, könnt ihr euch gerne bei mir melden. Ich habe Kontakte zu Planungsbüros und kann euch bei der Idee eures Skateparks beraten.


Bis dahin liegt es bei uns, für Harmonie und Sicherheit im Skatepark zu sorgen. Dafür brauchen wir die Aufsichts- und Sorgfaltspflicht der Eltern sowie die Rücksichtnahme aller Akteure im Skatepark.


6 Mit der Bitte um Verständnis


Liebe Eltern, Aufsichtspflichtige und alle, die gerne den Skatepark besuchen:


Eure lokale Skateszene hat leider nicht viele Optionen, ihrer Leidenschaft nachzugehen.

An vielen öffentlichen Orten, die sich zum Skaten eignen, werden wir verscheucht.

Es fehlt einfach an Quantität und Qualität der Skateparks.


Daher dient dieser Artikel auch als ein Apell an euch da draußen, uns zu verstehen und unseren save space, unseren geliebten Skatepark, den Skater:innen zu lassen.


Die Skateboardszene hat immer ein offenes Ohr für euch, sprecht die Menschen im Skatepark an, falls etwas unklar ist oder meldet euch bei eurem lokalen Skateshop. Solltet ihr keine Ansprechpartner finden, dürft ihr euch gerne über das Kontaktformular bei mir melden.


Teilt gerne eure Meinung, Erfahrung oder Ergänzungen in den Kommentaren.

Für ein gutes Miteinander im Skatepark!

Timo



Ihr habt Fragen oder wünscht euch Hilfe bei eurem Skatepark? Meldet euch gerne bei mir:



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