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Hey! Ich bin Timo

Wieso ich bei Versicherungen an Seehunde denke und warum skateboarding mein Leben verändert hat.

Lesezeit ca. 4 Minuten

 

"Timo kann ja, wenn er will" - das war die Baseline meiner Elternsprechtage. Meine Schulzeit habe ich in Helmstedt verbracht. Eine Kleinstadt in Niedersachsen in der Nähe von Braunschweig mit allem, was eben eine kleine Stadt so mit sich bringt - vor allem veraltete Strukturen und wenig Möglichkeiten, einen energiegeladenen Jungen mit unbändiger Abenteuerlust ausreichend zu unterhalten.


Ein Glück gab´s das Skateboard!

Also schmiss ich mich im Alter von ca. 10 Jahren auf ein old school Board. Mit dem Knie oben drauf und ohne eine Idee was passiert, wenn ich den Berg hier runterheize. Schaun wir mal!

Was dann passierte, war einfach nur grandios: Dieses Skateboard wird schnell, es macht was es will und ich hab keine Ahnung was hier passiert.

ICH WILL MEHR DAVON!


Denn wie meine Lehrer schon erkannten: Er kann ja, wenn er will. Und ich wollte skaten lernen weil es für mich faszienierend war und es bis heute ist. Meinen Ehrgeiz hatte der Fußball geschliffen, den ich bis weit in meine 20er Jahre ambitioniert betrieben hatte, mich aber schlussendlich nie bzw. anders erfüllt hat als das Rollbrett.

Irgendwann kam dann dieses "Erwachsen werden" in den Weg, also wurde ich Versicherungskaufmann, später Projektleiter in der Automobilindustrie - zwei Themenfelder die mich bis heute so viel interessieren wie den Seehund die Sahara. Mittlerweile bin ich dankbar für diese Erfahrung, denn genau diese Wege waren es, die mir schließlich halfen, eine skateacademy betriebswirtschaftlich umzusetzen. Und das lange bevor ich wusste, dass ich das überhaupt will!?!


So nahm das Schicksal seinen Lauf und im Herbst 2019 entstand eher zufällig die Idee einer Skateboardschule zusammen mit meinem Freund Sandro. Er brachte den Zunder um ein Feuer in mir zu entfachen, für das ich unwissentlich mein ganzes Leben schon Holz gesammelt habe.

Am 13.01.2020 war es dann soweit, die skateacademy38 wurde in Braunschweig gegründet und es alles lief perfekt - glaubt ihr?! Auf gar keinen Fall!

Es folgten 3 Jahre voller Höhen, Tiefen, Verzweiflung, Wut, Liebe und noch viel mehr. Wow, das war wie Achterbahn fahren mit geschlossenen Augen. Auf und ab und ohne eine Idee, was als Nächstes passiert. Neben den hasserfüllten Vorwürfen gegen die Bürokratie, das Wetter und manchmal auch gegen höhre Mächte da draußen blieb am Ende immer eins: Skaten!

Oder wie man auch zu sagen pflegt:


When you are in doubt - skate it out!

Frei übersetzt: Skate dir den Kummer von der Seele.

Nur leider machen skatesessions den Kühlschrank nicht voll. Zu dieser Zeit bot sich für mich die Möglichkeit an, nach Hamburg zu gehen. Es war Zeit für etwas Neues und so wurde das gemeinsame Projekt vorerst beendet - unter dem Strich die absolut richtige und vernünftige Entscheidung für alle Partein.

Was für eine wahnsinnige Erfahrung und absolut wichtige noch dazu. Persönlich und beruflich war es das alles wert!


Wir haben in diesem Projekt das Meiste richtig gemacht, aber auch eine ganze Menge falsch. Ich habe aus all meinen Fehlern gelernt und vor allem habe ich gefühlt, dass so ein Projekt mich voll und ganz erfüllt. Ich habe nicht aufgegeben - ich habe weitergemacht, aus den Fehlern gelernt und alles versucht, es im nächsten Anlauf besser zu machen.

Genau so wie ich skateboard fahren gelernt habe: Lernen durch Schmerz.


Dieses Bewusstsein zu haben, dass du hinfallen wirst. Den Mut zu haben, es trotzdem zu versuchen und die Leidenschaft zu entwickeln, immer und immer wieder aufzustehen - aufgeben ist schließlich keine Option.

Natürlich konnte ich nicht ahnen, wie die unzähligen Schürfwunden und Prellungen mich auf das Leben vorbereiten würden - aber ich bin bis heute für jede Einzelne dankbar. Jeder Fehler war es wert und notwendig, gemacht zu werden. Egal ob auf dem Board oder auch in allen anderen Bereichen - denn nur so wurde ich besser. Und dieses Projekt auch.



Was die Lehrer damals (und vielleicht heute immernoch) verpasst haben, war so offensichtlich und so einfach. Erschaffe die Motivation: "Timo kann ja, wenn er will" - dann gib' mir etwas, dass mich motiviert, verdammt nochmal!


Was fehlte, war die Verknüpfung.

Genau diese Erfahrung und diese selbstbestimmte (intrinsische) Motivation ist es, die mich bis tief in die Nacht wach hält, um an diesem Text zu arbeiten,

die Homepage zu verbessern, eure Nachrichten zu beantworten und social media posts zu kreieren.


Nicht, weil ich so gerne alleine am Computer sitze sondern weil ich um die Notwendigkeit dieser Dinge weiß, damit die skateacademy so funktioniert, wie ich das will. Wie es mein Anspruch ist und weil ich gelernt habe, dass das alles wichtig ist um eine gute skateacademy zu haben und euch da draußen das Skaten wertig beizubringen. Mit einem freien Kopf und aus voller Überzeugung und mit Liebe zur Sache.

Dank skateboarding habe ich gelernt, mein Ziel zu verfolgen, alles dafür zu tun, aus meinen Fehlern zu lernen und das auch beschissene Dinge im Leben dazugehören, um die tollen Momente zu feiern! Aufstehen, durchatmen, neuer Versuch.

Am liebsten möchte ich jeden Tag mit euch in den Skateparks dieser Welt rumhängen, 'ne Runde Game of Skate spielen, den Grill anschmeißen und dieses Gefühl der Freiheit genießen. Aber ohne das drumherum würdet ihr diese Zeilen nicht lesen - es gehört eben dazu. Das motiviert mich, obwohl ich eigentlich "nur" Skateboardtrainer sein möchte. Ich hab' die Verknüpfung gefunden und freue mich, dass ich mit meiner Leidenschaft meinen Lebensunterhalt verdienen darf. Denn das ist es, was ich will. Dafür werde ich jeden Tag alles geben. Und was nicht klappt, machen wir beim nächsten Mal besser - versprochen!


Das hat skateboarding mit mir gemacht - wie ist deine Geschichte? Fuerteventura, 02.03.2023


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